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Somatic Experiencing (SE)® – wenn der Körper beginnt zu erzählen

Aktualisiert: 12. März

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Manche Erfahrungen lassen sich nicht einfach „wegdenken“. Vielleicht kennst du diesen Zustand: Du verstehst rational, was in einer Situation passiert ist – und trotzdem reagiert dein Körper mit Anspannung, Rückzug, Scham oder innerer Unruhe, wenn du dich daran erinnerst. Genau hier setzt Somatic Experiencing (SE)® an: bei dem, was dein Nervensystem gespeichert und womöglich noch nicht ganz verarbeitet hat.


In diesem Beitrag erfährst du:

  • Was macht man bei Somatic Experiencing (SE)®?

  • Wie funktioniert Somatic Experiencing (SE)®?

  • Wird Somatic Experiencing (SE)® von der Krankenkasse bezahlt?

  • Ist Somatic Experiencing (SE)® seriös und wann wird es angewendet?


Und ich teile mit dir, warum diese Methode meine systemische Beratungsarbeit – gerade in der Sexual- und Paarberatung – so bereichert und was mich dazu bewegt hat diese Ausbildung anzufangen, um sie in meiner therapeutischen Arbeit anzubieten.


· Was macht man bei Somatic Experiencing (SE)®? ·


In einer Sitzung mit Somatic Experiencing (SE)® geht es nicht darum, belastende Ereignisse immer wieder detailreich zu erzählen. Stattdessen richten wir die Aufmerksamkeit behutsam nach innen und begeben uns auf eine langsame Forschungsreise in den Körper und in sein Körpergedächtnis:


Wie fühlt sich dein Atem gerade an?Wo spürst du Anspannung – oder vielleicht auch ein kleines Stück Weite? Was verändert sich, wenn du diesem Gefühl einen Moment Raum gibst?

Wir arbeiten langsam, in kleinen Schritten ohne Überforderung. So bekommt dein Nervensystem die Möglichkeit, Stressreaktionen zu Ende zu führen, die damals vielleicht unterbrochen wurden oder im Nachgang nicht genug Raum zur Verarbeitung bekommen haben. Es geht um Sicherheit, um Tempo und ganz viel um Selbstbestimmung, denn du bestimmst, wie weit wir gehen.

Oft sind es feine Veränderungen – ein tieferer Atemzug, wärmere Hände, ein Gefühl von „Ich bin wieder da“ oder "Diese Situation ist überstanden". Auf den ersten Blick wirken diese somatischen Empfindungen klitzeklein,on doch in ihrer Summe liegt die Kraft von Somatic Experiencing (SE)® und ihre Wirkung auf dein Nervensystem.


· Wie funktioniert Somatic Experiencing (SE)®? ·

Diese faszinierende Methode wurde von dem Traumaforscher Peter A. Levine entwickelt. Seine zentrale Erkenntnis war folgende: Trauma entsteht nicht durch das Ereignis selbst, sondern dadurch, dass unser Nervensystem in Alarmbereitschaft stecken bleibt und diese Emotionen oder Überforderung in sich abspeichert.

Wenn Kampf- oder Fluchtimpulse nicht vollständig ausgeführt werden konnten, bleibt Energie im System gebunden. Das kann sich später zeigen als:

  • dauerhafte Anspannung

  • Übererregung oder innere Taubheit

  • Ängste

  • Schwierigkeiten mit Nähe

  • sexuelle Blockaden etc.


Somatic Experiencing (SE)® hilft deinem Nervensystem, Schritt für Schritt wieder in Regulation zu kommen. Nicht durch Druck, sondern durch achtsames Spüren und Dosieren. Viele Menschen erleben dadurch mehr innere Ruhe, Stabilität und Lebendigkeit und nehme wirkungsvolle Werkzeuge aus den Sitzungen mit, die sie im Alltag anwenden können.


· Wird Somatic Experiencing (SE)® von der Krankenkasse bezahlt? · 

Somatic Experiencing (SE)® ist in Deutschland keine eigenständige kassenärztlich anerkannte Psychotherapiemethode. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen Somatic Experiencing (SE)® daher in der Regel nicht als alleinige Leistung.

In meiner Beratungsarbeit wird Somatic Experiencing (SE)® als Teil eines ganzheitlichen, systemischen Ansatzes privat abgerechnet. Wenn du unsicher bist, klären wir gemeinsam, welcher Rahmen für dich passend ist.


· Ist Somatic Experiencing (SE)® ein seriöser therapeutischer Ansatz? · 

Somatic Experiencing (SE)® ist international etabliert und an klare Ausbildungsstandards gebunden. Die Ausbildung ist mehrjährig und tiefgehend. Wie bei jeder Methode ist entscheidend, wer sie anwendet – mit welcher Haltung, welcher (Lebens-)Erfahrung und welchem Bewusstsein für Grenzen und Feinfühligkeit.

Für mich ist es nicht nur eine therapeutische Technik, sondern eine Haltung, mit der ich meinen Klient*innen begegne: respektvoll, ressourcenorientiert, nervensystemfreundlich und mit einem aufrichtigen Interesse für ihr (Körper-)Erleben.


· Somatic Experiencing (SE)® in meiner systemischen Arbeit · 

In meiner Arbeit mit Einzelpersonen und Paaren verbinde ich systemische Perspektiven mit vielen Elementen aus Somatic Experiencing (SE)® und flechte sie, seit ich meine traumatherapeutische Ausbildung angefangen habe, ineinander. Gerade in intensiven Prozessen zeigt sich immer wieder: Unser Körper weiß oft viel früher als unser Kopf, was stimmig ist – oder was Schutz braucht.

Besonders in der Sexualberatung erlebe ich Somatic Experiencing (SE)® als unglaublich wertvoll. Sexualität ist zutiefst körperlich – und damit auch nervensystemisch besonders spannend. Themen wie:

  • Scham

  • Leistungsdruck

  • Lustlosigkeit

  • Nähe- und Distanzkonflikte

  • frühe Grenzverletzungen

sind nicht nur kognitive Themen. Sie leben im Körper und werden körperlich von uns erlebt und gestaltet. Durch achtsame, körperorientierte Begleitung mit Somatic Experiencing (SE)® kann wieder ein Gefühl von Sicherheit entstehen – und damit auch Raum für Lust, Selbstbestimmung und eine lebendige Begegnung in Kontakt mit dir und mit anderen.

Auch in der Paarberatung hilft Somatic Experiencing (SE)®, Trigger zu verstehen und aus automatischen Stressreaktionen auszusteigen. Wenn beide lernen, ihre eigenen körperlichen Signale rechtzeitig wahrzunehmen, zu lesen und zu regulieren, wird echte Verbindung wieder möglich.


· Vielleicht ist dein Körper bereit, gehört zu werden · 

Was ich an dieser Methode besonders mag: sie lädt dich ein, langsamer zu werden - was Gold wert ist in unserem viel zu schnellen Alltag. Sie lädt dich ein, dich wieder zu spüren. Und deinem Nervensystem die Erfahrung zu ermöglichen, dass es heute anders sein darf als damals.

Wenn dich Somatic Experiencing (SE)® neugierig macht und du mehr darüber erfahren möchtest, wie körperorientierte Arbeit dich unterstützen kann – im Einzelsetting oder als Paar – dann begleite ich dich gern ein Stück auf diesem Weg.


 
 
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